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Vorsicht vor Fexting

Trennung nach WhatsApp-Streit – warum Fexting unsere Partnerschaft zerstören kann.

Kaum jemand hat sich in seinem Leben noch nicht in einer Beziehung über einen Messenger oder per SMS gestritten. Doch gerade in einer Partnerschaft könnte das sogenannte Fexting schnell zu einer Trennung führen. 

Das Wort Fexting setzt sich aus den englischen Begriffen fighting, also kämpfen, und texting zusammen.

Verbundenheit via WhatsAPP, Telegram, Threema, Signal, Hoccer, Kik ...

In einer Beziehung bleibst du normalerweise den ganzen Tag über Instant Messaging-Dienste wie WhatsApp oder SMS in Kontakt. Man berichtet über den Alltag, die Arbeit oder die Organisation eines gemeinsamen Termins. Es kann auch schnell passieren, dass ihr euch beide streitet, oder im Gespräch einen passiv-aggressiven Smiley an die falsche Stelle setzt. Aus einem normalen Scherz wird plötzlich ein ernster Streit.

Gerade Beziehungen, in denen Partner nicht zusammenleben, können schneller abrupt enden, als man sehen oder lesen kann. Denn Streit per Smartphones nennt man Fexting und dieser kann extrem schnell eskalieren.

Das größte Problem bei der kontinuierlichen digitalen Kommunikation ist zunächst einmal, dass man dem anderen nicht in die Augen schauen oder seinen Ton bzw. Tonfall hören kann. Beim Lesen der Nachrichten interpretiert eine Person automatisch eine Emotion, bei der eine Person nicht feststellen kann, ob die andere dies auch wirklich so gesagt hat oder gemeint hat. Es fehlt einfach das visuelle - die Emotion.

Fexting löst schnell Streit in Beziehungen aus.

Das größte Problem beim Fexting ist jedoch, dass es zu allen möglichen verbalen Streitereien eskalieren kann. Manchmal denkst du sogar Dinge wie „Oh, das hast du nicht gerade gesagt, ich kann gleich mit einem Argument argumentieren“ und fangen an, wie verrückt zu tippen. Der Absendeknopf wurde schneller gedrückt, und Worte wurden schneller geschrieben, als überhaupt gesprochen werden konnten, weil der Kontrahent meist eine andere Hemmschwelle in der Auseinandersetzung hatte.

Eine goldene Regel in einer Beziehung lautet also: Sobald sich die Launen von WhatsApp und Co. ändern, telefoniert man am besten miteinander. Wenn das nicht funktioniert, bleiben Sie ruhig und atmen Sie tief durch, bis eine direkte Kommunikation möglich ist. Vergiss nie, dass sogar das Ende einer Beziehung schneller ist, als heute ein persönliches Treffen einzutippen. Wenn Sie Ihre Gefühle dennoch lieber in Worten ausdrücken, ist es wichtig, dass Sie nicht mit dem Finger zeigen und möglichst in der ersten Person sprechen. „Du bringst nie den Müll raus“ sollte ersetzt werden durch „Ich glaube, ich bringe öfter den Müll raus als du“. In der schriftlichen Kritik ist oft eine defensivere Formulierung die bessere Wahl als ein Frontalangriff auf den Partner.